17.6.99 Donnerstag:

Um halb acht schon wach, nach unruhiger Nacht (Vollmond? Nee, vielleicht der Kaffee gestern mittag). Draußen neblig bedeckter Himmel und nur ein laues Lüftchen. Warm. Nach dem Frühstück klart es auf und nur über dem Meer bleibt eine Nebelbank (oder sowas) stehen. Dank schlechter Stimmung in der Familie (Kinder sind wohl nicht ausgeschlafen und B trotz eben bekommener Sonnenbrille sauer) macht C alleine eine lange Wattwanderung (1 ½ Stunden, bis hinter das weiße Dreiecksgerüst, ca. 3 ½ m hoch, auf das man klettern kann). Aber das Watt ist nicht schön, praktisch nirgends fest, ganz wenig Prile und fast keine Canyons. Nach der Brotzeit sieht man das Meer reinfließen. Die Kinder rollen mit dem Nachbarsmädchen den Deich hinunter (jedenfalls B, die nachher ganz zerpiekt ist, wir wußten damals schon, warum wir uns in Handtücher wickelten). Dann gehen sie runter zum Sandkasten, Tang kochen, bis das Wasser kommt. Inzwischen ist der Himmel zugezogen, nur noch gelegentlich kommt die Sonne durch die bleierne Wolkendecke. Und dann steigt der Meeresspiegel, langsam und unheimlich. Keine Wellen, die Oberfläche ist ganz glatt, und das Wasser ist ganz warm. Als es die Oberkante der Sandkasteneinfassung erreicht hat, geht sogar Christoph plantschen: er besteht darauf, daß es ihm nicht kalt ist und rennt nur mit Badehose ins Meer. B plantscht mit einem Jungen mit Seepferdchenabzeichen um die Wette. Dann rutschen sie alle die Rutsche hinunter, die nass ganz schön schnell ist, Chrissie sogar etwa 5 mal (mit Auffangen). Beide tauchen bis über die Schultern ein und manchmal sogar unter (Chrissies Arme sind nicht lang genug zum Handstandlaufen in dieser Wassertiefe). Nach etwa einer halben Stunde kommt Wind auf und sie beginnen zu frösteln. Ab unter die Dusche (B) und abtrocknen. Der Papa bekommt von alledem nichts mit, so vertieft ist er in sein spannendes Buch (Monkey Wrench Gang). Bis alle wieder angezogen sind stürmt es schon; so stark, daß B's Sonnenhut fast davonfliegt, als wir über den Deich gehen. Die Hüpfburg, die wir beim Kurhaus entdecken, wird leider wegen Regenangst abgebaut, nachdem die Kinder eine Minute drauf waren. Na gut, dann gehen wir halt ein Eis essen. Während der zusammen 11 Eiskugeln beobachten wir, wie draussen der Wind den Sand und Staub vom Parkplatz herumtreibt. Als wir wieder aus dem Café kommen, ist es kalt geworden; und bis wir zu Hause sind, regnet es. Daheim gibt es die große Kinderwäsche und spielen im Haus mit den Nachbarn. Erst nach dem Essen reißt es wieder auf, und als Stoffele schon im Bett liegt (aber noch nicht schläft: Angst alleine), machen C + B noch eine Radtour bis zum Deich im Norden und schauen ein superniedliches (Wochenend-) Häuschen an (Heidruns Traum, kleines Haus mit reisigem gepflegten Zier-, Obst- und Gemüse-Bauerngarten).

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