Sonntag 6.9.98:

Wieder weckt uns Ping um 6:00 und wir verlassen noch bei Dunkelheit unseren Standplatz in Richtung Autobahn – Schnauze voll vom Kriechen über Land, jetzt wird geheizt bis Rennes! Die A5 ist super, auf einem tollen Parkplatz ca. 50km vor Paris ist Frühstückspause, sogar mit Spielplatz (Aire de Cravon). So gegen ½ 11 geht’s weiter – Paris, wir kommen. Da die Franzosen alles mögliche auf die Straßenschilder schreiben, nur nicht die Orte wo wir hinwollen und der Beifahrer die Namen anders ausspricht als die Fahrerin sie liest, fahren wir prompt in die falsche Richtung. Also Umdrehen an der nächsten Ampel (Gottseidank war die Zahlstelle schon ein paar km vorher, 114FF für 167km). Die Südumfahrung von Paris ist gratis aber ein Kids im WomoAlptraum: Baustellen, Beihnahumleitungen, vielspurige Strassen und ‘ne Menge los, aber trotzdem finden wir die richtige Autobahn nach Le Mans. Da Womili Durst hat und es schon Mittagszeit ist halten wir an einer Aire mit Tankstelle. Diesel fürs Womo (4.69FF/l Wucher!), Pommes für die Kids und ein Baguette Jambon für uns. Dann darf Jo auch mal fahren – die Strasse ist ja breit genug! Nächster Halt ist die Aire de Charme mit Spielplatz für die Kleinen. Die öffentlichen Toiletten hier sind auch komisch. Man steht auf 2 erhöhten Fußtritten, hinter einem ein Loch im Boden – Zielübung – sobald man steht tost unter einem das Wasser, drüber plärrt das Radio (von meditativer Entspannung haben die wohl noch nix gehört...), die Folge Darmverschluss. Kurz vor der Bretagnegrenze wieder Zahlstelle (diesmal 240FF für 268km) und nur noch 60 km bis Rennes. Die Landschaft wird wieder netter, die Dörfer gepflegter. Rennes hat auch eine Umfahrung mit vielen vielen unübersichtlichen Aus und Auffahrten und prompt wo wir uns konzentrieren müssen fangen die Kids an zu quengeln. Wir versprechen am nächsten Parkplatz Pause zu machen, da aber keiner kommt schlafen beide ein – Pech , fahren wir halt nonstop bis zum geplanten Campground nach Taupont (La vallée de Ninian, 74FF pro Nacht): nett, freundliche Leute – der Chef wartet brav bis wir uns endlich für einen geraden Platz entschieden haben und das Womo richtig steht, um uns den Strom einzuschalten. Die Leitung ist zu kurz, also nochmal rangieren. Unser Stöpsel passt nicht in die Dose, der Chef leiht uns großzügig einen passenden Adapter (von wegen CEE Stecker passen überall in Europa...). Aber dann Ruhe – wir sind die einzigen Gäste, der Spielplatz besteht aus 2 Schaukeln und einer Rutsche, auf der Wiese gegenüber steht noch ein Trampolin. Am Ende der Wiese hat’s einen Bach mit Brücke und ein kaputtes Weinfaß.

Jo ist mit Betti allein dort unterwegs als der Chef mit seinem Hund ankommt und ein wenig ratschen will – sehr einseitige Sache. Zum Abendessen gibt’s Nudel und Sauce, als Nachtisch Abspülen unter freiem Himmel (an der Außenwand des Sanitärgebäudes hängen die Spülbecken). Die Duschen haben Außentemperatur (immerhin geht innen kein Wind), dafür ist das Wasser angenehm warm. Die Kids gehen erst um ½ 10 ins Bett – wir gleich hinterher. Es regnet mal wieder. km 1242

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