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Usedom Pfingstferien 2004



Unfinished Work ... nur die erste Woche ... es tippt sich so müsam ...

Fr. 28.5. Um 13 Uhr starten wir über Regensburg (dort mächtig Stau) mit einer kleinen (Pinkel) Pause bis nach Chemnitz, wo wir kurz nach sechs in einem Etap Hotel für EUR 72 inkl. Frühstück Quartier beziehen. Die Wegbeschreibung war zutreffend, hinderte uns aber nicht daran, die unscheinbare Einfahrt zu verpassen. Drumherum sind DDR-Kleingärten und ein Landschaftspark, in dem wir interessante Holzgestelle bespielen (Krokodilschaukel, Brücke ...). Christoph führt sich auf wegen dem Bettbezug (Leintuch und Wolldecke), das wird aber nach Vertilgen unserer Brotreste besser. Die Männer haben ein Westzimmer, wir Mädels die Ostseite gegenüber. Einschlafen beim großen deutschen Rechtschreibtest im Privatfernsehen. Nach einer unruhigen Nacht geht am

Sa. 29.5. um 5:23 der Feueralarm didüdidü brutal laut los. Fehlalarm, aber das ganze Haus ist wach. Jetzt müssen wir noch eine Stunde warten bis zum Frühstück, das wir dann aber voll auskosten. Um halb acht sind wir wieder on the road; Chemnitz war nett, kann man mal wiederkommen. Weiter geht's bei strahlendem Wetter über die letzten Bergerl der sächsischen Schweiz im noch zügigen Pfingstsamstagsverkehr. Auf Kassette hören wir das Herr-der-Ringe-Hörspiel. Um 11 kurz hinter Berlin gibt's Boxenstopp, Auto füllen, Blasen leeren, Mägen füllen. Mit je einem Eis in der Hand laufen wir den Abhang hinter der Raststätte hinunter zu einem See. Um uns wogt 1,50 m hohes Gras. Als wir uns um 12 wieder aufraffen, ist der Rest der Welt auch unterwegs: ab jetzt gibt es immer wieder stop-and-go; manchmal auch sehr lange stop. Die letzten 180 km dauern fast so lang wie die ersten 300. An der Grenze zwischen Brandenburg (Kiefernwäldchen) und Meck-Vor plötzlicher Landschaftswechsel.; hier sieht es dann aus wie in Schleswig-Holstein. Bei einem Plus fallen wir noch ein und nehmen Apfelsaft mit (und einen Erdbeerkuchen). Die Brücke nach Usedom ist glücklicherweise unten, also offen, und kurz nach drei laufen wir über eine drrrrr-Sandstraße zum Stolperhof ein. Petra vom "Gesinde" weist uns gleich in die Hausregeln ein, wir bekommen eine asymmetrische Ecke am Ende eines 14-Personen-Tischs und ein Zimmer (äh "Kammer" namens Taubenschlag) mit einem Himmelbett für die Eltern (obendrauf die Koffer und Taschen) und einem Alkoven von auch 1,60 Breite für die Kinder, mit einer fehlenden Ecke am Kopfende, wo Bettina liegt. In der Ecke hinten ein dreieckiges Regal, in das wir optimal unsere Klamotten und Vorräte packen können. Im Mikrobad mit Duschkabine ist auch gerade eben genug Platz für unser Zeug. Bisher ist nur eine Familie mit Kind (die dreijährige Lina, aber zweites in der Produktion) da (Waltemathes), dann trudeln aber noch mehr ein (eine mit 2 Buben 5 und 3 Jahre und 1 Mädchen ca 1 Jahr, eine mit M 9J und B 6J aber nur fürs Wochenende). Chrissie will ständig Open-Air-Schach spielen, aber es findet sich nicht ständig einer. Bettina ist von den Pferden nicht mehr wegzukriegen; "Fohlen" Hanka (so groß wie die Haflinger) hat's ihr besonders angetan. Gastgeberin Berit organisiert uns noch Fahrräder; natürlich haben beide Großen Damensättel, dafür gehen beim 24er die Bremsen schlecht und der Sattel ist elends schmal. Aber probieren wollen wir's jetzt erstmal damit (nur 100 Euro die Woche). Das langerwartete Abendessen um halb sieben ist sehr üppig: fettspritzende Kartöffelchen mit Feta als Vorspeise, Zigeunergeschnetzeltes (sehr paprikareich, riecht köstlich) oder Quarkbratlinge (Chrissie mag sie dann doch nicht), Kinderteller Nudeln&Soße, dazu Bratkartoffeln, Mais und Blattspinat zum Abwinken; am Schluss noch Apfelmusquark. Bapp. Die Kinder dürfen noch reiten (Chef Andy führt), dann schlägt die Müdigkeit zu. Vor neun (nach Duschen der Großen) sind wir alle in der Heia. Unsere ist bretthart. Aua. Ach ja, beim Fußballen nachmittags hat J. sich noch das Knie verdreht (siehe Foto oben, ein paar Sekunden davor)... sind ja Ferien ...

So. 30.5. Irgendwann wird's hell und die Schwalben laut, dann aber wieder leise. Meine Nase ist total verstopft. Um halb acht sind wir alle wach und hungrig. Das hauseigene Leitungswasser schmeckt schauerlich nach Eisen, würg; nix gutt zum Apfelsaftverdünnen! Frühstück gibt's um acht, wir stürzen uns darauf wie die Wölfe. Leider schmeckt die Milch etwas komisch (säuerlich), Chrissie hatte sich schon beim Nachtisch am Vorabend beschwert. Die Kinder können sich erst von Tieren, Schach und Teich nicht fortreißen, dann (um 11) schaffen wir es doch, uns mit den Fahrrädern in Bewegung zu setzen. J's Knie steckt in einem per glücklichen Zufall mitgenommenen Dehn-Überzieher. Der erste Versuch, über die Straße "zum Haff" ans Haff zu kommen endet an einem privaten Bootssteg. Retour und entlang "zum Borken" (was das wohl ist?). Sandweg, Bettina kann nicht mehr sitzen. Nach einem kurzen Mutter-Tochter-Fahrradtauschversuch tauschen wir mühevoll die Sättel von Vater und Tochter aus (ist ja nix genormt: der schmale hat einen etwas geringeren Durchmesser, Größenordnung Zehntelmillimeter). Durch den Sand schleudernd erreichen wir eine mit einem Boot belegte Badestelle, doch J's Karte behauptet, wir müssen weiterfahren. 1/2 h und 1 1/2 km später beschließen wir mitten zwischen Gras und Schilf und Brackwasserkanälen, dass da wohl nichts mehr kommt, und machen an einem "Wasserstellen"-Häuschen Brotzeit (Kekse und Tomaten). Dann kehren wir um und fahren zur "alten" Badestelle, wo Bettina auch langsam ins ca. 15 kalte Wasser geht. Erst als noch eine Familie mit drei Kindern kommt (ca 13B, 9M, 6M), will Christoph auch rein. Da ich aber seine Badehose mit J's verwechselt habe, gibt es erst etwas Tobsucht ("Papas Badehose oder ohne!"), bevor er sich mit Papas Badehose ins Wasser stellt. Beim Zuschauen vom Reingehen friert es uns Große; ah, wie langsam. Irgendwann hat er es aber doch geschafft (Bettina ist inzwischen wieder draußen), doch die anderen drei laden ihn nicht zum Mitspielen mit Luftmatratze ein. Latürnich hat er kein Sweatshirt dabei, aber beim Füßeentsanden tobt er sich wieder warm. Zurück gibt es erst von Ch. (hingefallen), dann von B. (Sandschleuderweg) Tränen. Den Grasweg zum Fährmann (möglicher Rundweg) lassen wir links liegen, und in Stolpe fährt Papa zurück zum Hof (Knieweh), während die Kinder und ich uns beim Imbiss "zum Strauß" angeblich 300m weiter ein Eis leisten. Köstliche Schokoeiswaffel für 1,20 Euro, dazu ein Pärchen echte Straußenvögel. Wir kommen wieder! Der Rest vom Nachmittag vergeht mit Kuchen und Milch (jetzt schon sehr seltsam) für J., Pferde streicheln und füttern (Kinder) und Tagebuchschreiben. Chrissie macht sogar einige Aufgaben aus seinem Rechtschreibheft! Jetzt kommt J. mit dem Frisbee: Schluss mit Schreiben. Etwas später entdecken die Kinder noch eine tote Schlange im Teich. Mit viel Mühe holt J. sie heraus; sie hatte sich mit dem Kopf in einem Netz verfangen. Trotzdem ist es nachher wieder schön, am Teich zu sitzen und dem dröhnenden Gequake der Frösche zuzuhören. Beim Abendessen bietet Berit für Montag 14 Uhr einen Segeltörn auf einem alten Schiff an - wir melden uns an, so wie auch die meisten anderen. Die Kinder essen mir 2/3 meines Schnitzels weg, kein Fehler, dann kann ich mehr Spargel essen. Danach sind sie gar nicht mehr einzukriegen; Christoph ist noch lang mit den anderen Buben am Teich und Bettina läuft mit dem neunjährigen Mädchen und dessen Bruder von Tier zu Tier. Mich schmust auch ein enthorntes Schaf ziemlich aggressiv an. J. bekommt von Nicole (der schwangeren Mama von Lina) jede Menge homöopathische Kügelchen für sein Knie. Nachdem beide Kinder endlich (ausgiebig) geduscht haben und im Bett sind, schauen wir noch zwei Elternpärchen beim Siedeln zu (verdeckt und ziemlich gemein), wobei ich für die Wasserbilanz noch einen Humpen Malzkaffee trinke (leider sehr stark und bitter).

Mo. 31.5. Erst gegen sechs lasse ich mich von Spargel und Kaffee aufs Klo treiben; danach schlafdösen wir noch bis kurz vor acht - die Nacht war trotz harter Matratze viel besser als die vorige. Nach dem opulenten Frühstück (Petersilienfrischkäsevollkornbrot = lecker, Ökosemmeln = geschmacklos) wissen wir nicht, wie weitertun. Die Kinder sind am Hof glücklich, J's Knie schmerzt, nur mich zuckt's in den Füßen zum Radfahren. Da wir ja heute segeln gehen, wollen wir nicht noch einen "Event" draufpacken und (mit dem Auto) an den Strand fahren. Hoffentlich hält sich das gute Wetter - einen Wetterbericht hat keiner gehört oder gelesen. Als ich mich zum Radeln schwingen möchte (und dabei in einen Ratsch über das bayerische Schulunwesen mit einem NRW-Berlin-Pärchen verfalle), meldet sich Christoph an, dass er mit kommen möchte. Fein, dann sind wir zu zweit - bis nach Dargen und zurück, ca. 10 km - aber nicht zu unterschätzen die 1 km Sandpiste vom Stolperhof nach Stolpe. Danach ist es eine einspurige Straße zwischen Feldern und Wiesen, aber leider immer wieder Autos - nicht kindergeeignet. In Dargen gibt's einen kurzen Spielplatz- und Keksaufenthalt; bei der Rückfahrt weichen uns auf einmal die entgegenkommenden Autos so zuvorkommend aus ... dankeschön, ach nein, hinter uns grollt es - ein Riesenbus! Schreck. Wieder zurück gibt es köstliche Gemüsesuppe (mit viel Rosenkohl und späterem Gedärmgebrummel für mich), etwas Quark-Erdbeerkuchen vom Festland, und dann müssen wir uns fertigmachen zum Segeln; welches dann recht nett war. Zuerst die 5 km per Rad nach Usedom (Ort), durch lichte grüne Wäldchen wie damals auf Bornholm bei Rönne. Zum Hafen führt uns im Affentempo Stefan (Linas Vater), wo wir nach insgesamt 1/2 h schon waren. Die anderen und das Boot (ein Zeesen- also Fischerboot) trudelten auch ein, und schon ging's mit der Skipperin los. Am Rand vom Boot und in der Mitte auf Truhen war viel Platz, das mittlere Segel blieb auch unten, so dass es völlig ungefährlich war. Der Wind frischte immer mehr auf, auf der Rückfahrt wurde es recht frisch. Jedes Kind (das wollte) durfte mal das Ruder bedienen. Nach 1 1/2 h waren wir wieder im Hafen, nachdem wir durch den Usedomer See ins Haff gefahren waren. Zur Belohnung gab's dann ein Eis im Café Roseneck gegenüber Usedoms Rathaus (parallel zum Rosenkrieg der Köhlchen in meinem Darm). Zurück ging's wieder pfeilschnell durchs Wäldchen, und Stefan zeigte uns noch einen Nebenweg zur sandigen Straße zum Stolperhof, der einem die Hälfte der Sandlöcher erspart. Daheim wird erstmal die Fotoausbeute gesichtet, bevor wieder ein "spielst du mit mir?" auftaucht. Zum Abendessen Fischdesaster namens Lachsforelle (Gräten!), gut, dass es soviel Beilagen gibt. Später abends wird noch etwas gesiedelt (Grundspiel); trotz ungünstiger Ausgangsposition (letzter im Setzen) und doofer Felder (Lehm- und Steinhaufen) und Punkteverteilung (Schafe nur bei 3 und 4) schaffe ich es, zweiter zu werden.

Die. 1.6. Pfui Teifi, schon wieder schönes Wetter! Aber ein kalter, starker Wind. Nach dem Frühstück radele ich nach Usedom, zum Plus, Sauf holen. Dort fallen mir zwei Satteltaschen-Trolley-Rucksäcke für wenig Geld (à 8 Euro) in die Hand - ich bringe über 10 l heim, und ein Klettballspiel, bei dem bei erster Gelegenheit das Halteband abreißt. Aber Papa repariert das mit einem Nagel von Stallmeister Jürgen. Am späten Vormittag fahren wir nach ausgiebigem Verabschiederatsch von den Berlinern über den unbekannten Teil unserer sandigen Holperstraße (also beim Hof nach links raus) und mit Iiih-Spinne!-Stop auf die Bundesstraße und quer über die Insel nach Ückeritz an den Strand, wo wir die Hamelner (Lina & co) in ihrem pinkfarbenen Windschutz wiedertreffen, und später die Berliner mit den drei Kindern, die aber woanders einen Strandkorb für zwei Stunden gemietet haben. Der Wind bläst stark vom Meer, was aber Bettina nicht davon abhält, mit den Wellen zu spielen, bis sie ganz nass ist. Die Luft (oder das Meer, oder beide) haben 15 Grad, der UVB-Faktor ist 4.3, was auch immer das heißen mag - sagt die Anzeige am Strandaufgang (Parkplatz 1 Euro pro Stunde). Die Kinder kriegen je eine Bockwurst gegen den Hunger; dann gehen Betti und ich bummeln, kaufen aber keinen Souvenirkram, sondern nur 2 Döner für J und mich. Wegen Brotknappheit wird der nichtvegetarische auf zwei kleine Bröter verteilt; das gibt noch eine Nachspeise für die Kinder (und mich - burp). Kurz nach drei haben wir genug von Sonne + Wind und packen alles zusammen, inklusive der Strandmuschel, die uns die Hamelner dagelassen haben. Rückweg über die "Kaiserbäder", eine "interessante" Mischung aus renovierten alten und brüchigen alten Villen, (niedrigen) Plattenbauten und Aldi-Architektur. In Stolpe entdecken wir noch den Bäcker, der sehr gut sein soll. Zum Abendessen gibt es allein für Christoph ca. 1 1/2 Hähnchen; er isst ein halbes Bein ... Dann dürfen die Kinder (wegen Ex-DDR-Kindertag) noch reiten (und bekommen ein kleines Holzgeschenk und einen Lutscher); danach wird ein Riesen-Lagerfeuer entzündet, um das sich alle zum Ratschen scharen. Die Kinder springen über die Schachfiguren und ich erzähle einem Schweizer Tandemfahrerpaar (er verbeamteter Jurist) etwas von meiner Arbeit (örks). Zum Schluss bekommt Bettina noch einen Funken ins Auge, den ich um halb elf dann mit 3 Jahre überfälligen Berberil-Augentropfen verarzte. Wirkt einigermaßen, trotzdem macht sie erst als Letzte von uns nach elf das Licht aus.

Mi. 2.6. Heute ist "Hoftag", handwerken anno dazumal. Zuerst aber radeln Betti und ich nach Usedom, in der Apotheke neue Augentropfen und homöopathische Salbe und Globuli für den Papa besorgen (Globuli muss man bestellen), und eine Hautcreme, für die, die sich nicht vor der Sonne eincremen. Dann versumpfen wir noch in einem Billig-Klamotten-&Co.-Laden, wo wir mit Ball, Sandspielzeug und zwei Überkniehosen wieder herauskommen. Daheim erwischen wir Chri und Jo beim Spinnen; Betti fängt gleich an, einen Korb zu flechten, alle laufen mit Häubchen und die Frauen mit Schürzen umher. Dann kämmt J Wolle - sieht aus wie in unserer Haarbürste. Mittags gibt es Kartoffel-Karotten-"Suppe" (eher Eintopfstampf), recht lecker. Da mich die Bastelei nicht sehr interessiert, verziehe ich mich aufs Rad und folge unserem Sandweg nach links bis zur Bundesstraße, diese ein paar 100 m nach Norden, dann wieder rechts, Waldwege entlang, bis meine Orientierung nachlässt (es überzieht sich nämlich auch); aber dann folge ich (mit einem andereren ver(w)irrten Pärchen) einem Betonplattenweg und komme kurz vor Stolpe wieder auf die Straße. Daheim verschlinge ich heimlich die zweite Hälfte vom Erdbeerquarkkuchen (mag ja eh keiner) - das Mittagessen hat etwas Hunger übriggelassen. Um zwei bringt B. ihren halbfertigen Korb; anscheinend wird wegen dräuender Wolken aufgeräumt. Es regnet aber doch nicht. Nach einem angenehm ereignislosen Nachmittag mit Mumintal-Komet vorlesen siedeln wir abends zum Abschied mit den Hamelnern.

Do. 3.6. Selbige geben uns den Tipp mit Quilitz auf dem "Lieper Winkel" (angeblich die ruhigste Ecke der Insel); dort gäbe es hinter einen Ferienhaussiedlung einen netten Spielplatz am Strand (allerdings nicht bebadbar), mit Sandhaufen und viel Klettermöglichkeiten. Gegen halb elf schaffen wir es nach mehreren Anläufen loszufahren, und finden selbigen Spielplatz etc in drückender Hitze auch, nachdem wir nur ein kleines bisschen suchend durch kleine Ortschaften gekreuzt sind. Er sieht aus wie Vorauf 30 Jahre ohne Pflege; brüchige Betonplatten auf den Wegen, viele Gartenzwerge und gigantomanische Pergolen, falsch geschriebene Zettel über die Müllverwaltung und ja, ein Standard-Spielplatz. Interessant vielleicht für 4 bis 5jährige, inmitten von Schilf über etwas Sand. Der existierende Badezugang ist stinkend verschilft (ich versuche, einen Weg freizugraben, aber igitt). Chrissi motzt und uns anderen gefällt es auch nicht; also kehrtmarsch, wieder ins Auto und ab zum hochgepriesenen Wasserschloss Mellenthin. Nachdem wir dort einen Parkplatz ergattert haben, umkreisen wir es einmal und lassen es dann samt seinen Waffeln (können wir daheim selber) und 8,50-Euro-Salaten unbesichtigt stehen. Einstimmig fahren wir wieder an den Strand nach Ückeritz, wo wir in "Evas Strandoase" am Campingplatz leckere Schinken-Ei-Nudeln und Königsberger Klopse (einer - genau richtig) vertilgen. Anschließend mieten wir uns einen Strandkorb für 2 Stunden, den wir erstmal aus der Mitte von dreien herausziehen (my Strandkorb is my Castle!). B + Ch. spielen dann mit unserem neuerworbenen Eimer etc im Sand, während wir Alten etwas die Wasserlinie abwandern. Im Westen geht der Strand in Steilufer über, sehr hübsch, da wollen wir das nächstemal hin. Kaum zurück, drängen die Kinder ins Wasser. Also gut, zu dritt stürzen wir uns in die ca. 14 kalten Fluten, bis es als erstem Christoph langt; er kriegt auch mangels Länge die meisten Wellen in den Hals. Gut durchgefroren ziehen wir uns an und trollen uns zurück zum Auto, wo wir eine halbe Prinzenrolle meucheln. Zurück am Stolperhof gibt es aber trotzdem Kuchen für alle, Malzkaffee für mich. Chrissie hat Glück und kriegt einen beim "Gesinde" übriggebliebenen Nicht-Öko-Zitronencremekuchen ab. Meinereiner holt dann per Rad in Usedom J's Globuli ab (und sucht vergeblich nach einem zur neuen roten Piratenhose passenden T- oder Sweatshirt). Zum Abendessen ist der Hunger sehr gedämpft; aber unser Putenschnitzel ist gut; die Nachbarn (Olivia bzw. ihre Eltern) haben den Bohnentopf gewählt - und es sind weiße Bohnen in sehr roter Tomatensoße; sie mögen es nicht und kriegen von uns reichlich Kartoffelstampf (mit vielen Röstzwiebeln und wer weiß wieviel Butter), Brokkoli und Pilzesoße ab. Nachdem die Kinder geduscht und ich und Chrissie versucht haben, uns mit Pubert zu befreunden, der ganz alleine ist, da angeblich seine Hennen an Legenot gestorben sind (spätere Quellen sagten, sie brüten) (irgendwie fehlt einiges an Tieren im Vergleich zu den Ankündigungen auf der Webseite!), siedeln wir vier noch auf See um die Wette.

Fr. 4.6. Heute ist es bedeckt (aber warm), daher waschen wir. Die Maschine hat garantiert keine 4 kg Fassungsvermögen, daher muss sie zweimal arbeiten. Sie weigert sich aber, nach dem Wassereinlassen weiterzutun. Aha, kleiner Wackler im Türkontakt - Microsoft-Wama! (Fenster auf, Fenster zu - geht wieder.) Bei der frischen Wäsche kommt Bettinas türkise Leggins und später ihr orangenes Sweatshirt mit vielen ekligen kleinen braunen Flecken übersät wieder heraus. Was'n los? - Es war wohl die Löwenzahnmilch vom Pferdefüttern! Grr. Gut, dass die am Stolperhof auch Fleckenpulver haben. Drei Esslöffel auf einen Liter Wasser - das schadet der Bio-Kläranlage wohl nicht? Egal, es wirkt mit 1 h Einweichen prächtig. Mit Kettenspray aus dem Waschhaus schmiere ich an den Kinderrädern, an was ich nur hinkomme, aber schalten tun sie trotzdem nicht besser. Das merken wir auf der Radtour, via Fährmann von Ost- nach Westkline, nach Usedom. Insekten schwirren, Bettina mosert. Es geht halt wieder über einen Sand-Grasweg. An der Fährstelle ist gerade ein rollender Supermarkt. Wie praktisch, da nehme ich ein Brot und einen Brunch-Aufstrich mit - richtiges glattes leckeres Mischbrot. Dann bemerkt uns gegenüber in Westkline der Fährmann und kommt mit seinem Kahn herüber. Als erstes steigen, nach ihren Fahrrädern, Jo und Betti ein, es wackelt nur ein bisschen. Währen Chri und ich warten, kommen noch zwei Radler. Der Mann ist gerade von irgendeinem Vieh gestochen worden, er bekommt von mir 1.-Hilfe-Insektentropfen drauf. Dankbar hebt er Chrissies Rad zum Fährmann. Auf der anderen Seite steht ein Giganto-Angeber-Wohnmobil mit komischen Typen davor und mehreren teuren Touren-Motorrädern drum herum. Wir fahren über einen kleinen Umweg (auf der Suche nach einem Brotzeitplatz) nach Usedom hinein, wo wir dann vor der Kirche pausieren. Beim Fleischer holen wir einige Scheiben Wurst und ein schönes Stück Grünländer Käse, dazu ein Liter H-Buttermilch; njam. Zum Nachtisch für jeden ein Eis vom bekannten Café. Zehn vor und zwanzig nach eins läuten die Glocken wie wild, für je zehn Minuten - Mittagspause? Dann wird's kühl. Als Chrissie endlich fertig ist mit seinem Eis, schauen wir noch kurz zu Plus und KiK, aber da gibt's kein Fröschenetz oder eine Halbhose für Chri; also ab nach Stolpe. Dort schauen wir noch zum Fahrradverleih bei den noblen Ferienhäusern (kurz vorm Straußen-Imbiss), aber es ist niemand da. Wir beschließen, alle Räder bis auf Joachims morgen abzugeben. Wieder zuhause, bauen wir (mit Mühe) die Sättel zurück. Jemand hat die Wäsche abgenommen und in unseren Korb gelegt - dankeschön! Bettinas orangenes Sweatshirt wasche ich erst jetzt aus, auf der Leine kriegt es noch einen Duscherer - der erste Regen hier! Dann wollen wir siedeln, aber erst wird an diesem Bericht und an Deutsch- und Textaufgaben gearbeitet. Beim Siedeln trudeln etliche neue Gäste ein, auch ein 8jähriger Bub (nur fürs Wochenende). Abends bekommt J Fisch ohne Soße und ich Soße ohne Fisch - Kartoffeln mit Senfsoße satt! Mampf, köstlich; auch Christoph liebt es (Betti nicht). Zum Einschlafen (!) hören die Kinder den ersten Teil vom Odysseus-Hörspiel.

Sa. 5.6. Heute ist "1799"-Fest einer hiesigen Selbstständigen-Truppe, die in der Einfahrt ein Bausparkassenplakat angebracht haben. Nach dem Frühstück bekommen die Fest- und Hausgäste (vorerst nur wir) leinerne Klamotten: überüberweite Hemdchen, Röcke, Matrosenhosen, Häubchen und Sackmützen. Wir verziehen uns lieber ... Nach einer knappen Stunde Fahrt sind wir in Peenemünde, die Insel ist ganz schön lang! Dort parken wir vor dem "Phänomenta" umsonst (!) und gehen dann in dieses Physik"museum" zum Anfassen. Keine Geschichte, nur Experimente. Gleich am Eingang eine Luftkanone, die einen Ball mit Unterströmung hochhält. Ganz viele Perspektiven-Illusionsbilder gibt es, das unmögliche Dreieck steht, aus allen bis auf einen Blickwinkel völlig unmotiviert, herum; dann hat's noch Hebelgesetz mit Trabi, selbstklemmende Bauklotzbrücken zum Draufsteigen, Tieftonklopfröhren, Schallverzögerungsröhre, Riesenseifenblasen, Spiegelillusionen, Kaleidoskope, Impulübertragungskugeln, auf unterschiedlich steil verlaufenden Bahnen rollende Kugeln, Lichtbrechung, ein Monitor mit Sonnenfleck und konischem Spiegelkasten, der aus dem Bildschirmausschnitt eine ungefähr runde "Sonne" macht, Röhren- und Parabolspiegel"telefon", Tastkästen, Dunkelgang ... auf zwei Stockwerken amüsieren wir uns beim Rundgang über zwei Stunden lang. Die meisten Experimente funktionieren (nicht wie im altersschwachen Münchner Deutschen Museum), und es sind meistens gute Erklärungen dabei. Am Schluss essen wir Familienspaghetti für 10 Euro im eingebauten italienischen Restaurant, das als Freiluftszene an die Wand gemalt ist und von Ex-Jugoslawen betrieben wird. Beim Souvenirshop an der Kasse müssen noch einige Mitbringsel mit, zB das "zerschnittene T" - Rätsel für Herrn Pohl und einige Smiley-Umschlag-Gummi-Springer für den Lachklub. Nach ein paar Blicken auf die schwarz-weiß karierte Rakete des "Naturhistorisch-Technischen Informationszentrums" (ein richtiges Museum) fahren wir ein paar km zurück an den Strand und parken dort für 2 Stunden (2 Euro, dort maximal 3 Euro/Tag - aber das lohnt sich nachmittags um halb drei nicht mehr). Ein Weglein durch Kiefern, eine Enddüne, und dahinter unbebauter, von keinem Strandkorb verschandelter Sandstrand. Dafür alle 30 Meter eine Mülltonne. Das Meer ist heute sehr friedlich, praktisch keine Wellen. Wir drei Wasserratten gehen hinein. Es ist sehr flach. Anfangs voll mit igittigen Algen, dafür äußerst warm (gut über 20), draußen dann, so nach 30 m, wo es endlich (für mich) hüfttief wird, hat es die üblichen 15 (oder weniger?). Wir plantschen eine ganze Weile. Danach spielt Chrissie noch Fußball mit dem Kleinkind neben uns und wir genießen den weichen Sand mit der Regenkruste von voriger Nacht. Es ziehen immer mal viele Wolken durch, aber insgesamt ist das Wetter gut (nicht sehr warm). Wieder zu Hause, duschen die Kinder (irgendwer riecht hier nach totem Fisch) und wir ziehen uns die Verkleidungen an. Es gibt nur eine Größe (XXXL), und wir kriegen Bettinas Rock fast nicht zu. Chrissie legt (nicht ganz unberechtigt) eine "ich hasse dieses Hemd" - Szene hin und verschwindet, als wir uns zum Essen setzen. Erst "Magd" Ramona kann ihn aus unserem Zimmer locken. Zuerst werden durch Karottenlöffel schnitzen und Eier austrinken (da erwischt es J, der aber erlaubterweise das Ei nur ausbläst) "Bäuerin" und "Bauer" des Abends gewählt, die dann kurz strickend und rauchend auf thronartigen Sesseln sitzen. Das Essen schmekt den Kindern nicht; wie zu erwarten war. Dabei ist es so vielfältig, dass auch für mich einiges dabei ist. Zu Beginn Dinkelbrötchen mit Zwiebelsahnehäubchen, dann pommersche Fleischgrütze (brauche ich nicht, löffeln aber alle Männer gerne; auch Chrissie, der nicht weiß, was er isst); dann kommt ein Bourrée-Tanz: Männlein und Weiblein stellen sich gegenüber in Reihen auf, dann wird vor- und zurückgehüpft und umeinander gedreht. Jeder kommt mal dran (außer Christoph, aber selbst schuld: er hätte schon dürfen). Wir Hausgäste (jetzt 4 Familien) sitzen abseits am Tisch, mit bestem Blick auf die Tanzfläche. Der Rauch hält sich auch in Grenzen, und gegen die Tanzhitze kippen wir ein Fenster. Danach kommen die Hauptgerichte: 1 Lachsforelle (ca. 70 cm) pro Tisch, Hirschgulasch (was nicht "wildert"), Kalbspastete (naja) im Kohlrand (njam), Hühnchen, und eine Riesen-Schweinekeule auf dem Mitteltisch für alle. Das Schwein ist köstlich, die Wruken (Kochrüben) verzichtbar, bei den Buchweizenklößen teile ich Schwein Arabellas Meinung (nur bei großem Hunger wenn's nichts anderes gibt). Zwischendurch gibt es zweimal Stamperl (nicht für mich, ich sitze auf einem dicken Humpen Apfelsaft), aber alle sind schon ganz locker vom Anfangsmet und Hausbier. Nach einer Frischluftpause (es gibt wieder ein Feuer) kommen noch die Nachspeisen: Birnen"pudding", rote Grütze, Kürbisküchlein und Hirsebrei (in absteigender Wertung - der Hirsebrei war ungesüßt und bitter im Nachgeschmack). Zu guter Letzt noch etwas Tanz, wobei Ramona es immer mit Bettina vormacht. Nette Drehleier- Dudelsack- Hackbrett- Mittelaltermusik (http://www.spielleute.de/ steht auf der CD) begleitet die Tänze und bleibt zum Schluss auch an. Kurz nach zehn verziehen wir uns Richtung Heia, wo die Kinder noch Odysseus hören und wir Flatterland und Owen Meany lesen.


not to be continued ...


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